Für Karoline von Günderode

Datierung
1983
Beschreibung
Ein fahles Licht glüht am linken Bildrand, jenseitig, kaum greifbar. Davor: geometrische Flächen in Rosa und Blau, kühl und klar. Darunter eine dunkle, bootsartige Form, die im Nebel zu versinken scheint. Die Stimmung ist still und entrückt. 1983 inspiriert der Briefroman «Die Günderode» von Bettina von Arnim Meret Oppenheim zu diesem Gemälde. Es ist Karoline von Günderode gewidmet, einer Dichterin der Romantik, die sich 1806 mit 26 Jahren das Leben nahm. Oppenheim beschreibt, wie sie das Bild malte «als Antwort auf die Stimmung, die mir aus den Gedichten der Günderode entgegengeströmt ist» und besonders auf «dieses jenseitige Licht, das hinter der Welt der Schatten im Hintergrund glüht». Die geometrischen Flächen deutet sie als Raumausschnitte: «beim ersten erinnerte ich mich dabei an Marmor, klassische Säulen, antiker rosa Marmor». Blau und Rosa sind für sie Farben, die aus Günderodes Gedichten sprechen, Farben einer Welt, «bevölkert von klassischen, griechischen Themen». Es ist eines der letzten Werke Oppenheims. Am 15. November 1985 stirbt sie in Basel, einen Tag nach der Vernissage ihres Buchs «Caroline», das Gedichte und Radierungen zu eben dieser Dichterin enthält.
Technik
Öl auf textilem Bildträger [Leinen/Hanf]; Originale Rahmenleisten
Masse
98,0 × 130,9 cm (Bildmass)
Creditline
Kunstmuseum Bern, Legat Meret Oppenheim
Status
nicht ausgestellt